Optimale Bedingungen
Kurz vor dem Yama Gasshuku schneite es heftig. Womit wir die Tage mit viel Sonne und Schnee geniessen konnten. Wir waren in Mürren sozusagen in einer sonnigen Winterglocke. In dem Bericht geht es jedoch nicht um Wetterkunde, sondern Karate. Knapp 150 Karatekas haben den Weg ins Berner Oberland gefunden. Erfeulich war, dass auch ausländische Freunde am Yama Gasshuku teilgenommen haben.
Mehr als Training
Neben dem Training gab es viel Zeit sich innerhalb der Dojos und zwischen den Dojos auszutauschen. Neue Geschichten wurden geschrieben, welche ihr neudeutsch «auf den Social Media Kanälen» der Dojos nachlesen könnt.
Grundschule
Im Kihon ging es um ähnliche Themen wie den Trainings in den vergangenen Jahren mit Sensei Kurihara: Präzise Bewegungen und daraus eine maximale Wirkung erzeugen. Vielen gefällt Sensei Kuriharas analytischer Stil. Er zeigt eine Bewegung in falscher Ausführung und lässt das Plenum dann herausfinden, was nicht richtig war.
Lob und Tadel
Dieses Jahr gab es mehrere Male Lob für die Karateka. Gefallen hat Sensei Kurihara, dass wir in der Vorwärtsbewegung die Hüfte gut schliessen Wir übten das dem Boden entlang «schleifen» des Hinterbeins mit gleichzeitiger Hüftöffnung (Hanmi). Rückwärts ist es schwieriger, stabil zu bleiben. Das bemerkte auch Kurihara Sensei und meinte, wir hätten da noch Luft nach oben. Womit wir den richtigen Schluss ziehen: Weiter üben.
Kumite
Vermutlich werden die nächsten Trainings in den Dojos Elemente aus dem Kumite aufnehmen. Es ist erstaunlich, dass die JKA Instruktoren immer wieder mit neuen Ideen und nett verschnürten Karate-Technik «Päckli» aufwarten. Diesmal mit dem Konzept einer räumlichen und körperlichen Beschränkung. Es durfte gar nicht, nur mit Vorder- oder Hinterfuss oder in einem Feld von 1 x 4 Metern bewegt werden. Alles mit dem Ziel, unser Timing zu verbessern. «Timingu» war ein oft gehörtes Wort. Sensei Kurihara wiederholte immer wieder, dass dies der entscheidende Faktor sei. Was er nicht sagte, jedoch alle merkten: auch der Schwierigste.
Kata
Der Kata-Tisch war reichlich gedeckt. Viele Karateka kannten den Ablauf bereits. Somit hat sich der Ansatz bewährt, die Katas im Voraus bekannt zu geben.
Sochin
Spannend sind neben den technischen Details die Anwendungen. Diese sind schnörkellos und schlicht. Man spürt, dass der Sinn nicht im Gewinnen des Kreativ-Schönheitspreises sondern der Effektivität liegt.
Kanku Sho
Hier sorgte Sensei Kurihara für Erheiterung. Er fragte, ob er die Kata wirklich schon einmal bei uns instruiert habe. Entsprechend bekamen wir hilfreiche Korrekturen, wie die Bewegungen nach JKA auszuführen seien.
Unsu
Wir befanden uns auf 1638 Metern. Verständlich, dass das Rauf und Runter nicht ganz so flott ging. Alle hatten schon ein paar Trainings in den Knochen. Sensei Kurihara sah dies und offerierte uns darum zwischen den am Boden ausgeführten «liegenden» Mawashi-Geri 10 Liegestützen. Wir waren für diese Erholungspause dankbar…
Lob gab es dafür, dass der Mawashi Geri richtig ausgeführt wurde. Wir reichen dies an unser Instruktoren-Team und die Dojo-Trainer und Trainerinnen weiter.
Sonstiges
Die SKR Instruktoren waren selbstredend auch am Werk. Tommaso Minì war für das Eröffnungstraining zuständig, bei dem es um die Arbeit an den Grundlagen ging. Beni Isenegger nahm in seinem Training die Inputs von Sensei Kurihara auf. Das ergab einen willkommenen Vertiefungseffekt. Andrea Kennel brachte im Abschlusstraining Anwendungen zu Heian Nidan und leitete das abschliessende Cooling Down. Und damit ging es sprichwörtlich wieder hinunter, vom Schnee in den Frühling.
Ebenfalls Trainigs geleitet haben Katy Broder und Dani Brunner. Als Übersetzer war wie so oft Ken Walzer im Einsatz.
Markus Pfister, Kim-Dojo Zürich




